Zum Lahmen Esel
 Traditionelles Frankfurter Apfelweinlokal seit 1807

Jubiläum - 25 Jahre der gleiche "Esel"

„Ein Leben ohne Esel ist möglich, aber nicht sinnvoll“

Seit nunmehr 25 Jahren führt Thomas Metzmacher (50) eine der ältesten und größten Apfelweinwirtschaften Frankfurts, „Zum Lahmen Esel“ im beschaulichen Stadtteil Niederursel.

„Als ich 1990 hier anfing zu arbeiten, hatte ich neun Arbeitskollegen“, so der heutige Chef. Drei Jahre später übernahm er die Gaststätte und beschäftigt mittlerweile dreißig Mitarbeiter.

„Wir sind gewachsen, in jeder Hinsicht. Die Gäste sind uns ans Herz gewachsen, ich an meinen Aufgaben, wir alle zu einem tollen Team und der Lahme Esel um weitere Räumlichkeiten“, meint Thomas Metzmacher, fragt man ihn nach seinem Erfolgsrezept. Und dass es ihm schon immer am wichtigsten gewesen sei, Bewährtes zu erhalten und Raum zu schaffen für Neues. So kam es zum Beispiel 1995 zum Anbau des Kollegs, einem separaten Gastraum mit Platz für bis zu 65 Gästen und einer zweiten Thekenanlage.

„Die Anfragen für private Feiern und Firmenveranstaltungen vermehrten sich und die Gesellschaften wurden größer und ich wollte keinesfalls, dass unser Tagesgeschäft leidet, Stammgäste keinen Platz mehr finden und der Lahme Esel seinen Charm als traditionelles Apfelweinlokal verliert“, so der Wirt, „außerdem erfreute sich die daran angrenzende überdachte Terrasse und der Sommergarten mit dem uralten Baumbestand und dem Kinderspielplatz immer größerer Beliebtheit. Eine zufriedenstellende Bewirtung mit nur einer Theke wäre irgendwann nicht mehr möglich gewesen.“

Im Lahmen Esel schlagen, laut Metzmacher, zwei Herzen. Er bezeichnet sein Lokal liebevoll als „gastronomischen Hybrid“. „Hier können Sie sowohl an blank geputzten Holztischen im urgemütlichen Stil zum Schobbe trinken beieinander sitzen, als auch an weiß gedeckten Tischen mit Blumen und Kerzen und einem ausgesuchten Vier-Gang-Menü mit Apfelsecco-Empfang Ihre Gäste willkommen heißen.“

Eine äußerst umfangreiche Speisekarte mit typischen Apfelweinlokal-Klassikern sowie regionalen Gerichten (seit neuestem auch Mitgliedsbetrieb von Hessen à la carte) und einer separaten saisonalen Extrakarte (z.B. mit frischem Spargel, Pfifferlingen oder Gänsekeulen) gibt ihr Übriges dazu.

Das alles, so der junggebliebene Wirt, funktioniere nur mit dauerhaft zuverlässigem und freundlichem Personal und meint: „Da, wo die junge Mutter fragt, ob zur Taufe ihres Sprösslings wieder die nette Mitarbeiterin bedienen könne, die schon damals an Ihrer Kommunionfeier bedient hat, da ist man daheim. Denn wo, wenn nicht hier, einem traditionellen Frankfurter Apfelweinlokal, will ich als Gast das Gefühl haben: Hier bin ich gern, hier fühl ich mich wohl!“

Deshalb setzt Thomas Metzmacher bei seinem Team besonders auf Tradition. Mehr als die Hälfte der Belegschaft ist schon seit mindestens zehn Jahren und manche sogar schon seit über dreißig Jahren in Küche und Service des Lahmen Esels tätig. Er selbst engagiert sich nebenbei ehrenamtlich in der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute, in der Vereinigung der Frankfurter Apfelweinwirte und wurde über den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband zum ehrenamtlichen Richter am Frankfurter Arbeitsgericht ernannt.

In Folge dessen, weiß man den Lahmen Esel auch über die Grenzen von Niederursel hinaus zu schätzen. Ebenso gibt es andernorts positive Reaktionen auf sein einfaches, aber stimmiges und langfristig angelegtes Konzept. So gewann der Lahme Esel im Jahre 2008 den hessischen Gastronomiepreis als bestes Apfelweinlokal, war zweiter Sieger beim diesjährigen Grüne Soße Festival und wurde aktuell von den Lesern des Magazins „Frankfurt geht aus“ auf Platz eins in der Kategorie „Gemütlich essen gehen“ gewählt.

Ob die Almhütte zur Weihnachtszeit im Garten, die hauseigenen Schnäpse wie Eselsblut und Eselstropfen (Vorsicht, 56%!) oder die hauseigene Währung, der „Eseltaler“ (eine Alternative zum herkömmlichen Gutschein), Thomas Metzmacher ist im Gegensatz zum Namen des Lokals, auch nach 25 Jahren noch lange nicht „lahm“ und bringt immer wieder passende Ideen in ein traditionelles Lokal. Dies mit viel Freude daran und augenzwinkernd seiner Erkenntnis folgend: „Ein Leben ohne Esel ist möglich, aber nicht sinnvoll!“ :-)